INTERVIEW MIT
EINEM LEHRER

Wie sieht der Unterricht der Zukunft aus?

Wenn Sie auf diese Frage eine zutreffende Antwort haben möchten, sollten Sie wohl im Bildungsminsterium nachfragen. Wenn Sie mich jedoch fragen, wie ich zukünftigen Unterricht gestalten würde, dann würde ich den Unterricht gerne offener halten und die Schüler nicht mit Inhalten aus veralteten Lehrplänen langweilen.

Schüler sollten den Unterricht gemeinsam mit Lehrkräften agil entwickeln und diesen anhand gesellschaftlicher und persönlicher Probleme/ Bedürfnisse ausgestalten.

Darüber hinaus sollten Klausuren durch Lösen von komplexen Problemstellungen in Gruppen oder individuellen Ausarbeitungen abgelöst werden.

Eine Projektwoche, in der das Denken und Unterrichten in Fächern zu bestimmten Uhrzeiten aufgebrochen wird und die Schüler tatsächlich selbstbestimmt und aktiv arbeiten, ist genau der richtige Ansatz – lediglich eine Woche davon viel zu wenig.

Digitale Medien unterstützen die Schüler bei Ihrem selbstgesteuerten, individuellen Lernen und werden dabei zur Selbstverständlichkeit und bleiben keine Ausnahme mehr.

Was bringt dir SEEd in deinem Unterricht?

Da ich ausschließlich Mathematik und Technik unterrichte, nimmt die Projektwoche mit SEEd nur indirekt Einfluss auf meinem persönlichen Unterricht. Dadurch, dass sich der Unterricht öffnet, von den gewohnten Mustern abweicht, die SuS eigene Ideen entwickeln, kreativ werden, moderne Arbeitstechniken und -methoden kennenlernen und sich darüber hinaus mit selbstgewählten gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen, merke ich, wie sehr sich die Beteiligung und das Engagement bei allen Schülern steigert. Dieser spürbare Enthusiasmus veranlasst mich dazu, meinen eigenen Unterricht weiterzuentwickeln und neu auszurichten.

Wenn Sie diese Frage an Kolleg/-innen stellen, die GMK, VWL oder BWL unterrichten, würden Sie wahrscheinlich noch hören, dass die Arbeit mit SEEd sogar direkten Einfluss auf ihren Unterricht nimmt, da Inhalte aus den Lehrplänen von SEEd aufgegriffen werden.

Erlebst du in Zeiten von “Fridays for Future” einen neuen Aktivismus bei deinen Schüler/-innen?

Ja, die Schüler*innen brennen für die Themen, die sich mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz beschäftigen. Einige Schüler*innen nehmen auch freitags an den Fridays for Future- Demos teil. Insgesamt müssten die politische Zielsetzungen der Bewegung, die ja u. A. die politischen Ziele der Vereinten Nationen (UN) widerspiegeln und der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen, stärker in den Unterricht eingebunden, also in die schulinternen Fachcurricula implementiert werden. In Teilbereichen findet diese Umsetzung auch schon statt, dies müsste jedoch unbedingt flächendeckend für alle Fächer und Schulformen gelten.

Was für Projekte werden an eurer Schule umgesetzt?

Projekte, die bei umgesetzt werden, berühren viele Bereiche des Schullebens. So werden z. B. im Rahmen der Zusammenarbeit mit unseren Partnerschulen in den USA und Polen gemeinsame Schülerprojekte zu gesellschaftspolitischen Themen durchgeführt. Weiterhin nehmen wir an Erasmus- und Interreg-Boost-Projekten teil. Als Sinus-Schule legen wir dabei ein besonderes Augenmerk auf die naturwissenschaftlichen Fächer, insbesondere auch unter dem Gender-Aspekt, als digitale Modellschule nutzen wir digitale Technik für die Vorbereitung, Erarbeitung und Evaluation der Projekte.